GemPSI - Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V.

Ein Sack voll Ideen>Innovation & Technik>Die Entwicklung des Papiersacks

Meilensteine in der Entwicklung des Papiersacks

Die Idee, Säcke aus Papier herzustellen, wurde in Amerika kurz vor dem Bürgerkrieg 1851 geboren. Im Gegensatz zu den bis dato gebräuchlichen Jutesäcken, konnten während des Transports keine Schadstoffe in das Füllgut eindringen. Dazu kam, dass die Papiersäcke einen besseren Aromaschutz boten, als die Jutesäcke. Die „Union Bag“, die erste Maschine zur automatisierten Herstellung von Papiersäcken, wurde 1870 erfunden.

1880 wird auch in Deutschland die erste Papiersackmaschine aus den USA in Betrieb genommen. Knapp 30 Jahre später stellt der Bielefelder Maschinenfabrikant Gustav Fischer eine erste deutsche Papiersackmaschine vor – Produktionsleistung: 24 Säcke pro Minute! Zur gleichen Zeit ist man in Amerika schon einen Schritt weiter: Adelmer Bates, ein Verkäufer aus der amerikanischen Salzindustrie, erfindet 1908 den Vorläufer des Ventilsacks so wie wir ihn heute kennen. Durch diese innovative Verschlusstechnik wurde das bis dato sehr aufwendige Verkleben der Öffnung nach erfolgter Befüllung erheblich vereinfacht.

1917 stellte der Bielefelder Maschinenfabrikant Fischer die erste Maschine zur Herstellung mehrlagiger Säcke vor. Erstmals konnten Produkte mit bis zu sechs Lagen hergestellt werden. 1925 entwickelte Alwin Klein den ersten geklebten Kreuzboden-Ventilsack. Drei Jahre später ermöglichte die erste Querfaser-Schlauchfalz-Maschine AC von Windmöller & Hölscher deutlich höhere Produktionsgeschwindigkeiten.

Da auch zunehmend Lebensmittel in Papiersäcken transportiert wurden, stellten sich neue Herausforderungen an die Ventil-Verschlüsse hinsichtlich Hygiene, Verschlussdichtigkeit und Migrationshemmnis. 1958 baute Windmöller & Hölscher den Ventilbodenleger AD 1500, der die gestiegenen Anforderungen erfüllte. Durch die neue Verschlusstechnik konnte das Füllgut erstmals nahezu ohne Verlust und Verschmutzung durch Fremdkörper abgefüllt und transportiert werden. In den 1960er Jahren stieg die Produktionsgeschwindigkeit von 6.000 auf bis zu 10.000 Papiersäcke pro Stunde. Ab den 80er Jahren stellte sich die Industrie verstärkt auf den zunehmenden Individualisierungsbedarf der Papiersack-Nutzer ein.

Die deutsche Papiersackindustrie gründet 1992 mit der REPASACK ein weltweit einzigartiges Rücknahme- und Recyclingsystem von gebrauchten Papiersäcken aus Gewerbe und Industrie. Dieses System garantiert die ordnungsgemäße Reinigung und Aufbereitung des Materials im Sinne der Verpackungsverordnung sowie die Entsorgung der bei der Reinigung anfallenden Stoffe. Der wertvolle Rohstoff Papier bleibt hingegen Teil des Verarbeitungs-Kreislaufs.

Moderne Herstellungsmaschinen können heute über 20.000 Säcke pro Stunde produzieren. Doch nicht nur die Masse, sondern auch die Vielfalt an Möglichkeiten in der Sackausführung und Gestaltung sind beeindruckend. Ob mit Tragegriff, perforiert oder mit Aufreißlasche als easy-opening-Konzept, dazu fotoähnliche Drucke mit umweltfreundlichen Wasserfarben – die Fülle an kundenspezifischen Variationsmöglichkeiten ist inzwischen immens.

In den letzten 20 Jahren hat die Papiersack-Branche etwa 200 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet und so den scheinbar einfachen Sack zu einem High-Tech-Artikel weiterentwickelt, der in einer Vielzahl von Industriezweigen Verwendung findet. Auch zukünftig wird der Papiersack stetig weiterentwickelt und permanent an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Aktuell befinden sich Papiersäcke in der Entwicklung, die es erlauben, ganz auf den Einsatz von (Sperr-)Folien zu verzichten. Neben der Reduktion des für die Herstellung eines Papiersacks benötigten Papiers um 50 Prozent in den letzten 20 Jahren, wird auch der zukünftige Verzicht auf Folien einen wervollen Beitrag für die Umwelt leisten.

 
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