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Papiersäcke für Lebensmittel: Qualitätssicherung auf höchstem Niveau

Wiesbaden, 12. Dezember 2017. Ob Aromaschutz oder Lagerfähigkeit: Beim Verpacken von pulverförmigen Lebensmitteln wie Mehl, Milchpulver oder Gewürzkräutern trägt die deutsche Papiersackindustrie mit vielen verschiedenen Faktoren zum optimalen Produktschutz bei. Zudem sorgt sie mit umfangreichen Maßnahmen dafür, die einwandfreie Qualität der verpackten Produkte sicherzustellen. Das fängt bei der Auswahl und Prüfung der verwendeten Materialien, der konstruktiven Elemente sowie der gesamten Sackkonstruktion an und hört bei der sorgfältigen Überwachung der Papiersackherstellung auf. GemPSI-Mitglied Robert Kock gibt einen Einblick.

„Die Auswahl des geeigneten Materials – also des Kraftsackpapiers – ist ein wichtiges Kriterium für die Qualitätssicherung, da die Reißfestigkeit des Papiersacks davon abhängt“, erklärt Kock. „Diese ist Grundvoraussetzung dafür, dass er die vielen unterschiedlichen Belastungen unbeschadet übersteht, zum Beispiel bei der Befüllung, beim Transport oder beim Handling.“ Dabei gilt: Je länger die Papierfasern sind, desto reißfester ist das Papier. Daher werden beim Kraftsackpapier frische, ungemahlene Nadelholz-Fasern verarbeitet. Sie werden bei der Papier-Herstellung zu einem stabilen Fasernetz aufbereitet, was die Reißfestigkeit weiter erhöht.

Testverfahren zur Materialprüfung
Für die Prüfung der Belastbarkeit des Papiers führt man einen sogenannten Zugversuch an Teststreifen der einzelnen Papierlagen durch. Dabei wird die Energie bestimmt, die ein Streifen des Papiers aufnehmen kann, bevor er zerreißt. Diese Energie nennt man Tensile Energy Absorption, kurz TEA. Ein durchschnittlicher 2-lagiger 25 kg-Sack hat einen TEA zwischen 320 und 430 Joule. Das entspricht ungefähr der Energie, die benötigt wird, um 40 kg einen Meter anzuheben. Wie reißfest ein Papiersack sein sollte, hängt nicht nur vom Füllgut ab. Entscheidend ist vor allem auch, für welchen Transportweg, welches Land und welchen Verwendungszweck er vorgesehen ist. Bei Nahrungsmitteln wie Kakaoprodukten, Lebensmittelzusätzen, Milchpulver oder Fertigmischungen, die aufgrund der Rohstoffpreise und Fertigungskosten teuer sind und häufig weltweit exportiert werden, greift man zu sehr reißfesten Papiersäcken, die typischerweise einen TEA von 450 Joule und mehr haben. Zudem werden Schutzbarrieren gegen Feuchtigkeit sowie andere Fremdeinwirkungen eingesetzt. „Das ist notwendig, da in vielen Importländern eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und die Papiersäcke lose in Containern gehandelt und zum Teil unter sehr rauen Bedingungen weitertransportiert werden“, erklärt Kock.

Reißfestigkeit der Sackkonstruktion gewährleisten
Neben der Auswahl und Prüfung des geeigneten Papiers, muss bei der Verpackung von Lebensmitteln auch auf die Auswahl und Prüfung der adäquaten Sperrschicht geachtet werden. Verschiedene Kunststofffolien können im Papiersack als Beschichtung, Bahnfolie oder Inliner (Schlauchinnensack) eingesetzt werden, um das Produkt vor dem Eintritt von Aromen, Sauerstoff, Fett, Säuren, Wasserdampf und Feuchtigkeit zu schützen. Sie sorgen zudem für eine längere Lagerdauer der verpackten Lebensmittel. Analog zum Zugversuch stellt ein sogenannter Dart Test durch den Abwurf eines abgerundeten Metallkörpers auf eine Folienfläche deren Reißfestigkeit sicher. Mit Hilfe von konstruktiven Elementen wie speziellen Ventilen, Klebstoffen oder Inlinern lassen sich Reißfestigkeit, Staubfreiheit und Produktschutz weiter erhöhen. Ein Fallversuch stellt die Reißfestigkeit der gesamten Sackkonstruktion auf den Prüfstand. Dabei wird ein gefüllter Papiersack von einem Falltischturm auf kritische Flächen fallen gelassen, zum Beispiel auf die Seiten- oder sogar Bodenverklebungen. Solche Stürze müssen die Säcke ohne Mängel überstehen.

Engmaschige Qualitätssicherung bei der Papiersackherstellung
Für die Gewährleistung der Produktsicherheit ist auch die Herstellung von Papiersäcken für Lebensmittel entscheidend. Die deutsche Papiersackindustrie sorgt mit einem umfassenden Hygienemanagement entlang der gesamten Lieferkette für den Schutz der abzupackenden Lebensmittel. Neben der Einhaltung nationaler sowie EU-weiter Vorschriften und Gesetze führen die Papiersackhersteller Migrationstests, Lieferantenaudits sowie Sicherheitsvorkehrungen anhand einer HACCP Analyse (Hazard Analysis and Critical Control Points) durch. Diese umfasst Maßnahmen für alle Produktionsschritte und -bereiche – von der Rohstoffanlieferung bis zur Prüfung des fertigen Sacks.

Einwandfreie Optik dank hoher Druckqualität
Neben Produktschutz und Hygiene erfüllen Papiersäcke auch höchste Ansprüche an Produktmanagement und Marketing. Viele Farben können im kombinierten Strich- und Rasterdruckverfahren aufgedruckt werden. Die Verwendung eines gängigen Farbvorlagenstandards garantiert Kunden, dass sie anhand von Farbnummern jederzeit einheitliche Farbtöne erzielen können. Zur Qualitätskontrolle werden die Farben unter einer genormten Tageslichtlampe bemustert und bei Bedarf angepasst. Zudem stellt ein Inspektionsgerät die akkurate Ausführung des Drucks sicher. Farbtöne können mittels farbmetrischer live Kontrollen geprüft werden. Auch die gleichbleibende Qualität bei der Anwendung ist gewährleistet, da beim Druck Lichtechtheit sowie Abriebfestigkeit erfüllt werden.

Bitte beachten Sie auch die GemPSI-Filmserie über die Reißfestigkeit industrieller Papiersäcke.

 
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